Technisches Verwaltungsgebäude der Hoechst AG

Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

  • year of construction / construction time 1920 — 1924
  • architect Peter Behrens

  • year of construction / construction time 1998 — 2002

  • year of construction / construction time 2005 — 2007

building typology

Also known as: Peter-Behrens-Bau

Als „Kathedrale des Lichts“ gilt das Technische Verwaltungsgebäude des Hoechts-Konzerns in Frankfurt als Meisterwerk der Industriearchitektur. Das komplett in Backstein ausgeführte Bürogebäude entstand 1920 bis1924 nach Entwürfen von Peter Behrens. Besonders beeindruckend ist die farbige Innengestaltung der Haupthalle. Der auch als „Peter-Behrens-Bau“ bekannte Komplex ist Teil der Route der Industriekultur im Rhein-Main-Gebiet.

Das 185 Meter lange Gebäude mit zweifarbiger Klinkerfassade ist in drei Teile gegliedert, von denen sich der mittlere Kubus besonders hervorhebt. Er ist mit einem Glockenturm versehen, der an eine Bogenbrücke anschließt. Zusammen erinnern die beiden markanten Bauelemente an eine mittelalterliche Burg. Turm und Brücke zierten lange das Firmenlogo der Hoechst AG.

Für seine Auftraggeber, damals die Farbwerke Hoechst, wählte Behrens ein passendes Leitmotiv: In der einer Basilika ähnelnden, rund 40 Meter hohen Haupthalle erwartet Besucher ein expressives Farbenspiel. Die tropfsteinartig gestalteten Säulen und Wände bestehen aus über 50.000 bemalten Ziegelsteinen, die einen changierenden Wechsel der Spektralfarben verzeichnen – Grün und Kobaltblau dominieren an den unteren Bereichen der Pfeiler, nach oben hin folgt sattes Rot, Violett, Orange und schließlich Gelb. Drei große kristallartige Oberlichter unterstreichen zusammen mit den Buntglasfenstern den sakralen Charakter der leuchtenden Kuppelhalle.

Behrens machte das Industriegebäude zu einem Gesamtkunstwerk. Primärfarben verwendete er auch in einem an die Halle anschließenden Veranstaltungssaal und in einem Hörsaal, der im Zweiten Weltkrieg zerstört und in den 1950er Jahren wiederaufgebaut wurde. Der auch als Designer tätige Architekt gestaltete jedes Detail, von den Mosaiken auf dem Fußboden über die Lampen bis hin zu den Türklinken. Mit Einflüssen des Jugendstils und der De-Stijl-Kunstrichtung gilt das Gebäude als Musterbeispiel für den Backsteinexpressionismus.

1925 schlossen sich die Hoechst Werke mit der I. G. Farben zusammen. Nach der Neugründung des Hoechst-Konzerns in den 1950er Jahren wurde der Peter-Behrens-Bau wieder zum repräsentativen Firmensitz. Heute gehört das 2007 originalgetreu restaurierte Gebäude der Firma Infraserv Höchst. [KM]

Map

Contact and opening hours

Address

Technisches Verwaltungsgebäude Hoechst AG
Brüningstrasse 50
65929 Frankfurt am Main

Opening hours

Das Gebäude ist nicht öffentlich zugänglich. Interessierte können an den viermal jährlich stattfindenden Besuchstagen an kostenlosen, einstündigen Führungen teilnehmen. Die Gruppe wird gemeinsam zu Fuß durch den nicht barrierefreien Peter-Behrens-Bau geführt.

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Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
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