Haus des Deutschen Metallarbeiterverbandes

Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com

  • year of construction / construction time 1929 — 1930
  • architect Erich Mendelsohn

  • year of construction / construction time 1952

  • year of construction / construction time 1995

building typology

Also known as: IG-Metall-Haus

This outstanding building is part of the digital transmission format "100 years of architectural history between 1900 and 2000", which will be available on this website from April 2019. The place is not part of the Grand Tour of Modernity and not accessible.

Das von Erich Mendelsohn unter Mitarbeit von Rudolf W. Reichel erbaute „Haus des Deutschen Metallarbeiterverbandes“ in Berlin-Kreuzberg gehört zu den bekannten Symbolen der deutschen Arbeiterbewegung. Der schlichte Bau wurde 1930 eingeweiht. Hier befanden sich das Gewerkschaftshaus, Räume für die Verwaltung und eine Druckerei für die Verbandsorgane.

Ende der 1920er-Jahre beschloss der Deutsche Metallarbeiterverband den Umzug seiner Hauptverwaltung von Stuttgart nach Berlin. Der Verband wünschte sich eine zentrumsnahe, würdige Repräsentanz und schrieb für die Umsetzung einen Wettbewerb aus. Ausgewählt wurden zwei Architekten mit ähnlichen Entwürfen: Erich Mendelsohn und Rudolf W. Reichel. Den Entwurf realisierte Mendelsohn allerdings eigenständig.

Das von einem Stahlbetonskelett getragene Gebäude besteht aus zwei Seitenflügeln, die spitzwinklig auseinanderlaufen und durch einen höheren Kopfbau zusammengehalten werden. Zwischen die beiden Flügel spannten die Architekten einen bogenförmigen, zweigeschossigen Verbindungsbau, der den Hof in zwei Bereiche teilt und für die Druckerei vorgesehen war. Ein runder Erker mit Fahnenmast hebt besonders die Front hervor, was dem Gebäude mit seiner schlichten, mit Natursteinplatten verkleideten Fassade Dynamik verleiht.

Durch den Kopfbau gelangt man über eine flache Halle in ein gläsernes Treppenhaus und schließlich über eine Wendeltreppe in die oberen Stockwerke. Die zahlreichen Messingelemente an Türen und Geländern gehören ebenso wie das gesamte Mobiliar im Sitzungssaal zu Mendelsohns Entwurf.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten vereinnahmte die Deutsche Arbeitsfront das Haus. Im Zweiten Weltkrieg brannte es vollständig aus, blieb aber in der Bausubstanz erhalten und konnte nach Kriegsende gerettet werden. 1952 zog die Berliner Verwaltungsstelle der IG-Metall ein, die hier heute noch untergebracht ist. Seit 1971 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. [DB]

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  • Verbandshaus der Deutschen Buchdrucker

    Als ein Markstein des Neuen Bauens gilt das Verbandshaus der Deutschen Buchdrucker in der Dudenstraße 10, das 1924-26 von Max Taut und Franz Hoffman errichtet wurde. Der 1866 gegründete Verband der Deutschen Buchdrucker war die führende, der Sozialdemokratie nahestehende Druckergewerkschaft. Das neue Verbandshaus sollte neben Wohnungen den Sitz des Vorstands, die Redaktionen der Verbandspublikationen, den Bildungsverband der Deutschen Buchdrucker, die 1924 gegründete und zum Verband gehörende Büchergilde Gutenberg, umfangreiche Druckerwerkstätten und den Buchgewerbesaal für Ausstellungen und Fortbildungen zum Druckereigewerbe aufnehmen. 1933 wurde der Verband von den nationalsozialistischen Machthabern als freie Gewerkschaft aufgelöst und das Haus beschlagnahmt. Nach 1945 kam es wieder in Gewerkschaftsbesitz und gehört heute der Gewerkschaft Ver.di, in der die Nachkriegsgewerkschaften IG Druck und Papier, später IG Medien aufgegangen sind.

    (aus: www.stadtentwicklung.berlin.de)

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